Das Wort „Pantopia“ mag zunächst wie eine einfache Bezeichnung klingen, vielleicht wie ein Markenname für ein neues Medikament, ein Musikprojekt, eine Gourmet-Konditorei oder sogar eine virtuelle Welt. Tatsächlich gibt es all das unter diesem Namen. Meine eigene Reise mit „Pantopia“ begann jedoch viel tiefer und entwickelte sich zu einem Konzept, das weitaus großartiger ist als jedes einzelne Produkt oder jeder einzelne Ort – es wurde zu einer Lebensphilosophie, zu einem dynamischen Plan für persönliches und kollektives Wohlergehen.
Der erste Funke für das, was später meine Pantopia werden sollte, sprang 2010 über. Ich war auf einer Reise durch Indonesien, einer Reise, die meine Sichtweise tiefgreifend veränderte. Dort fiel mir auf, dass das Wort „jalan“ zwar „Straße“ oder „Weg“ bedeutete, aber wenn es verdoppelt wurde, zu „jalan jalan“, verwandelte es sich in „Spaziergang“ oder „Ausflug“. Diese scheinbar einfache sprachliche Nuance verbarg eine tiefgreifende Erkenntnis.
Mein Geist zog sofort eine Parallele zum japanischen Begriff „do“, wie in Bushido (der Weg des Kriegers) oder in Aikido (der Weg der Harmonisierung der Energie). „Do“ steht für einen lebenslangen Weg der persönlichen Entwicklung, ein diszipliniertes und einzigartiges Streben nach Vollkommenheit. Aber was wäre, wenn sich dieser Begriff erweitern ließe, pluralistischer und vernetzter würde? „Jalan jalan“ bot diese Antwort: die Interaktion vieler Menschen, von denen jeder ruhig seinen eigenen tugendhaften Weg beschreitet oder gemeinsam die Prinzipien erforscht.
Es handelte sich nicht um einen einheitlichen, starren Pfad, sondern um eine Vielzahl sich überschneidender individueller Reisen. Stellen Sie sich vor: eine Art fraktale Selbstentwicklung (fractal self-development), bei der jeder Einzelne seinen eigenen „Jalan Jalan“ der Selbstfindung beginnt. Durch die Aufrichtigkeit und die Selbstkraft, die dies mit sich bringt, verbessern die Menschen ihre Beziehungen. Und indem sie ihre Beziehungen verbessern, erzeugen sie Wellen in ihrer Welt und bewirken eine rückwirkende, fraktale Entwicklung, die sich nach außen ausbreitet.
Ich habe begonnen, diesen Prozess als Autopoiesis zu bezeichnen, was wörtlich „Selbsterschaffung“ bedeutet und durch Selbsterkenntnis erreicht wird. Es ist die fortwährende Spirale, in der Individuen sich ständig selbst erschaffen und organisieren, anstatt ihre Vergangenheit zu reproduzieren; sie werden zu den Akteuren – Helden, Produzenten, Drehbuchautoren, Regisseuren, Hauptdarstellern – ihrer eigenen Entwicklung und Entfaltung.
So ist Pantopia für mich kein fester, idealer Ort – wie der „Nicht-Ort“ einer traditionellen Utopie. Es ist auch nicht bloß ein Titel, wie der utopische Roman mit erotischen Elementen, den Frank Harris geschrieben hat. Im Gegenteil, ist Pantopia überall; es ist der „Pan-Ort“ oder der „Überall-Ort“, an dem dieser dynamische, fortwährende Prozess stattfindet. Es ist ein lebendiges, atmendes Ideal, nicht unerreichbar, sondern von jedem von uns ständig aufgebaut und verbessert.
Es ist eine Peer-to-Peer-Architektur (von Gleich zu Gleich, siehe Gleichheit, Gleichberechtigung, Gleichheit vor dem Gesetz … bei Solon) der Gesellschaft, wenn man so will, in Ermangelung eines ausgefeilteren Begriffs. Ein Rahmen, in dem jeder Einzelne befugt ist, seinen eigenen, einzigartigen Weg der Selbstfindung zu beschreiten und durch das aufrichtige Streben nach Selbsterkenntnis und Ehrlichkeit zu einer kollektiven Verbesserung beizutragen, die sich spiralförmig nach außen ausbreitet.
Meine Pantopia ist eine Einladung, an dieser gemeinsamen, aber zutiefst persönlichen Reise teilzunehmen. Es ist die Erkenntnis, dass eine bessere Welt keine ferne Fantasie ist, sondern eine sich abzeichnende Realität, die sich Schritt für Schritt, Entscheidung für Entscheidung, von mir zu dir oder von „jalan jalan“ zu „jalan jalan“ formt, durch die fortlaufenden, miteinander verflochtenen Pfade unserer eigenen Existenz.
Seid ihr bereit, euren „jalan jalan“ in Richtung Pantopia zu beschreiten?